Archiv für den Monat Januar 2015

Videos: Training vom 29.01.2015

Nachdem ich die ganzen Poledance-Figuren noch so toll beschreiben kann, aber Neulinge sich trotzdem nichts drunter vorstellen können, zeige ich euch hier meine ersten beiden Videos, vom heutigen Training.

Das ist übrigens eine echte Mutprobe für mich… Videos von mir, öffentlich im Internet! Und dann noch dazu beim Poledance! Ich hab echt ein bisschen Angst. Also, seid bitte nett… 😉

Fails:

Wins:

Ich freue mich auf euer Feedback! =)

Status Quo im Training und aktuelle Herausforderungen

Ich habe auf Deutsch lediglich zwei Poledance-Blogs von Nicht-Profis gefunden. Dabei ist es doch gerade auch spannend, die Fortschritte einer Anfängerin zu verfolgen. Wenn eine Tänzerin bereits Spagat und schwierigste Figuren beherrscht, bewundere ich diejenige, kann mich aber nicht hineinversetzen.

Also: Ich kann kein Spagat. Im Gegenteil, ich bin davon weit entfernt! 😉

Allerdings trainiere ich gerade sehr intensiv und bemerke dadurch schon deutliche Fortschritte an meinem Körper, meiner Kraft und meinen Figuren. Wobei das natürlich noch auf sehr kleiner Flamme läuft – ich würde mich maximal als fortgeschrittene Anfängerin bezeichnen. Einige fortgeschrittene Figuren kann ich bereits halten, dafür wollen einige Anfängerposen einfach nicht klappen.

Der Basic Grip mit umgedrehter unterer Hand beispielsweise ruft nach wie vor ein starkes Stechen im Handgelenk hervor, so dass ich nicht mal die einfachsten Spin-Figuren mit Basic Grip ausführen kann. Aber ganz langsam bemerke ich selbst hier eine Besserung.

Nur um euch ein Gefühl für meinen aktuellen Stand zu geben… Ich bin langsam dabei, meine Kraft für andere Griffe als den Baseball-Grip aufzubauen. Seit ungefähr einem Monat schaffe ich es, mich nach dem Invert weiter hochzuziehen und wieder aufzurichten. Ich arbeite daran, mein Handgelenk für den Basic Grip zu stärken – aktuell sticht es sofort und funktioniert noch nicht. Mit einem Arm kann ich mich absolut noch gar nicht halten.

Es gibt also noch viel, sehr viel, zu lernen!

Das hier sind meine aktuellen Herausforderungen, die mit viel Training im Bereich des Möglichen liegen sollten:

  • Superman! Vom Boden aus, also die Vorübung, ist er kein Problem, abgesehen von der schmerzhaften Haltung. Aus dem Babyspin müsste ich mich weiter zurücklehnen können, um mein Knie zwischen Arm und Stange hindurchzubekommen. Aus dem Invert habe ich noch zu viel Angst, weil mein linker Arm noch nicht stark genug ist, dass ich mich da lange einhändig halten kann.
  • Sparrowhawk: Ich habe bei Pinterest ein Youtube-Tutorial gesehen, das wunderschön und auch noch machbar aussah. Leider musste ich feststellen, dass es etwas ganz anderes ist, sich rückwärts in den Kneehold fallen zu lassen als vorwärts. Vorwärts ist kein Problem, das klappt ab und an sogar schon ganz ohne Hände (mit Händen müsste das die Figur „Angel“ sein). Aber rückwärts hält einfach noch nicht, da rutscht mein Knie sofort ab.
  • knee_releaseOne Armed Spin: Diese Figur ist in der offiziellen Liste unseres Trainingsstudios für die 2. Stufe (von 5) enthalten. Ich finde das sehr ambitioniert, mir fehlt komplett die Kraft im Arm. Aber ich arbeite dran.
  • Knee release/Waterfall: Der klappt theoretisch. Allerdings habe ich mein Bein dabei oft in einer Position, dass mein volles Körpergewicht extrem auf den Wadenmuskel drückt, was unglaublich wehtut. Deswegen kann ich die Figur meistens nicht lang halten. Und ich habe noch nie hinbekommen, mit den Händen unterhalb vom Kopf die Stange zu greifen, dazu ist meine Wirbelsäule noch zu unbeweglich. Das Ding ist meine Nemesis…

Ein paar Erfolge der letzten Tage möchte ich auch mit euch teilen – auf die bin ich echt stolz:

  • Houdini: klappt seit 4 Tagen! Eine Art halber Yogini, ein Bein ist dabei noch an der Stange.
  • Cupid: ebenfalls seit 4 Tagen, das war ein tolles Training. 😉 Eigentlich ist es erst ein halber Cupid, d.h. ich hänge mich mit dem Knie ein, stelle den unteren Fuß auf die Stange und halte mich aber mit der oberen Hand noch fest.
  • Flag Hold: seit kurzem kann ich hier zumindest mein Gewicht halten. Bis es eine echte „Half Flag“ wird, muss ich aber noch viel üben.

Warum Pole Dance?!

_DSC4757aWie um alles in der Welt kommt man darauf, ausgerechnet Pole Dance als neuen Sport zu wählen? Es gibt doch so viele leichtere Sportarten, so viele ungefährlichere, so viele besser respektierte…

Aber keiner macht so unglaublich stolz. Wenn ich eine neue Figur endlich geschafft habe, wenn eine alte Figur endlich besser klappt, wenn ich mich körperlich stark fühle und dadurch endlich mit meinem Körper glücklich bin, dann ist das alle blauen Flecken und alle seltsamen Blicke wert!

Begonnen hat meine Pole Dance-Manie im Juli 2013. Damals übte ich mit meiner Theatergruppe für ein neues Stück, in dem auch Stangentanz in einem Stripclub vorkam. Wir hatten es uns in den Kopf gesetzt, das innerhalb von einem Jahr zu lernen und auf die Bühne zu bringen.

Also gingen wir gemeinsam in eine Schnupperstunde. Das war für mich eine echte Überwindung – in Hotpants und Trägertop fühlte ich mich schon allein zuhause nicht wohl, ganz zu schweigen vor anderen Menschen. Ich bin nicht die dünnste, und normalerweise besteht mein Look aus Jeans und Pulli bzw. T-Shirt. Im Schnuppertraining war es dann aber sehr aufbauend zu sehen, dass ich vielleicht die schwerste war, aber ich genauso viel machen konnte wie alle anderen.

Der Muskelkater war heftig, und die blauen Flecken begleiten mich seitdem regelmäßig. (Wobei ich inzwischen bei weitem nicht mehr so leicht welche bekomme.) Das Erfolgserlebnis im ersten Training hielt sich in Grenzen. Es war schon eine Errungenschaft, das Bein an die Stange zu pressen und an langen Armen kurz in der Luft zu hängen. Dabei ist diese Vorstufe zum Klettern eigentlich das Einfachste, was man lernt. Aber am Anfang war einfach die Kraft nicht vorhanden und die Hemmschwelle vor dem Schmerz noch zu groß.

Mich hatte jedoch der Ehrgeiz gepackt und ich ging zum zweiten Training noch einmal mit. Und siehe da – die Muskeln hatten schon einen riesigen Sprung gemacht und alles ging viel leichter als noch beim ersten Mal.

Ab da war ich begeistert von dem Gefühl, sich mit der eigenen Kraft an der Stange zu halten, in die Luft zu schwingen, zu drehen und zu tanzen.

Unser Stück – und insbesondere die Pole Dance-Szenen im Stripclub – wurde ein riesiger Erfolg. Aber die Faszination am Pole Dance hat damit für mich erst begonnen, und ich schreibe dieses Blog in der Hoffnung, anderen vielleicht ein wenig die Scheu vor dieser ungewöhnlichen Sportart zu nehmen.

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